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2003/2004
TÜBITAK 2004
| TÜBITAK 2004 |
| Hans Werner Müller-Poteloin | |
| April 2004 | |
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Die Sieger des TÜBITAK-Wettbewerbs 2004 in der Türkei kommen vom Istanbul Lisesi. Mehmet Halit Calar und Mehmet Cakan haben mit ihrem Projekt Bau eines elektromagnetischen Seismographen nicht nur in Physik den ersten Platz gewonnen, sondern sie haben auch den Sonderpreis Beste Forschergruppe des Jahres 2004 erhalten. Damit haben die beiden jungen Leute die höchste Auszeichnung errungen, die die Türkei an Nachwuchswissenschaftler vergeben kann. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Rüdiger Wisskirchen waren sie am vergangenen Wochenende nach Ankara gefahren, um sich der Endausscheidung zu stellen. Am TÜBITAK-Wettbewerb des Jahres 2004 für die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik hatten insgesamt 528 Schülergruppen aus der gesamten Republik teilgenommen; 51 Projekte wurden zur Endrunde nach Ankara eingeladen. In Physik hatten sich 98 Projekte beworben, von denen nur 9 die Einladung in die Hauptstadt erhielten. Mit dabei waren die jungen Forscher und ihr Lehrer, die jetzt einen neuentwickelten Seismographen der interessierten Öffentlichkeit vorstellten. Ziel des Projekts war, die bereits bestehende seismische Station des Istanbul Lisesi, die schon seit geraumer Zeit Erdbebenmessungen aufzeichnet, mit einem neuen Gerät auszubauen und die Leistungen zu optimieren. Gut zweieinhalb Jahre Arbeit steckte die Schülergruppe in diese neue Entwicklung. Schwerpunkt des Projekts war es, auf elektronischem Weg die Periodendauer eines Pendels zu verlängern, um Erdbebenwellen besser aufzeichnen und exakter erfassen zu können. Seismographen sind im Prinzip Pendel mit sehr großer Periodendauer (d.h., diese Pendel benötigen eine möglichst lange Zeit für eine „Hin- und Herbewegung“, um möglichst genau Erdbebenwellen erfassen zu können). Auch in anderer Hinsicht haben die beiden jungen Forscher ihre besondere Leistungsfähigkeit bewiesen – in der Woche vor der Endauswahl in Ankara hatten beide zwei mündliche Abiturprüfungen am Istanbul Lisesi zu bestehen. Auch das gelang ihnen mit gutem Erfolg. Wir hoffen nun, dass sie – nach der entsprechenden Darstellung ihrer Ergebnisse auf Englisch – auch auf internationaler Ebene, beim Wettbewerb in der Europäischen Union und beim INTEL-Wettbewerb in Amerika, erfolgreich sein werden. Auch für die deutschen Lehrerinnen und Lehrer am Istanbul Lisesi ist dieser Erfolg eine Belohnung für langjähriges, erfolgreiches Engagement. Seit nunmehr 90 Jahren besteht die Deutsche Abteilung an unserer Schule; nach dem zweiten Weltkrieg arbeiten seit 1956 ununterbrochen deutsche Lehrerinnen und Lehrer im bekannten Schulhaus an der Türk Ocagi Sokak in Cagaloglu. 33 deutsche Kollegen sind gegenwärtig dort tätig und unterrichten in Mathematik, den Naturwissenschaften, Deutsch und Englisch – mit großem Erfolg, wie die jährlichen sehr guten Ergebnisse bei der ÖSS und die 88 in diesem Jahr bestandenen deutschen Abiturprüfungen belegen.. Dass sich Schüler mit so großem Engagement und Erfolg einem Thema der Erdbebenforschung widmen, ist nicht nur bewundernswert, es zeigt ebenso, dass die junge Generation bereit ist, sich auch wissenschaftlich dieser großen Herausforderung der Natur für Staat und Gesellschaft in der Türkei wie in der gesamten Mittelmeerregion zu stellen. |










