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Die Walz aus der Pfalz
Helmut Gayer   
November 2004

Hans Peter Briegel zu Besuch am Istanbul Lisesi

Am 17. November 2004 weilte der frühere deutsche Fußballprofi und Nationalspieler Hans-Peter Briegel sozusagen dienstlich in Istanbul.Nach Beendigung seiner Laufbahn als Spieler begann H.P. Briegel eine zweite Karriere als Fußballtrainer.

[Axel Roos / Michael Schopp / Hans-Peter Briegel]

Seit nunmehr zwei Jahren ist er verantwortlich für die Fußballnationalmannschaft Albaniens, die sich gemeinsam mit der Türkei in einer Qualifikationsgruppe für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland befindet.  Am Abend des 17.11. wurde das Qualifikationsspiel Türkei – Ukraine in Istanbul im Fenerbahce-Stadion in Kadiköy ausgetragen, was die Ukraine unerwartet deutlich mit 3 : 0 für sich entscheiden konnte.

Da Albanien an diesem Tag spielfrei war, reiste H.P. Briegel in Begleitung seines Assistenztrainers Axel Roos, auch er ein ehemaliger Profi vom 1. FC Kaiserslautern, zur Spielbeobachtung in die Türkei.

Auf Vermittlung eines Absolventen unserer Schule statteten die beiden Fußballfachleute dem Istanbul Lisesi einen Besuch ab, wobei die Begegnung mit den Schülern die zentrale Veranstaltung darstellte. Etwa 120 Mädchen und Jungen aus der 9. Jahrgangsstufe erhielten somit die Gelegenheit, einem international bekannten Fußballfachmann ihre Fragen zu präsentieren. Das Besondere war, dass unsere Schülerinnen und Schüler in einer authentischen Situation mit einem deutschen Muttersprachler ins Gespräch kommen konnten. Nach anfänglichem Zögern trauten sich immer mehr Jungen und Mädchen Herrn Briegel in der ihnen doch noch fremden Sprache – unsere 9. Klassen lernen erst im zweiten Jahr Deutsch, mit Fragen zu bombadieren. Da die Veranstaltung in einem großen Konferenzsaal abgehalten wurde, bestand Michael Schopp, der als Leiter der Deutschen Abteilung das Gespräch moderierte, gücklicherweise darauf, dass die Fragesteller vor die Versammlung treten und für alle vernehmlich ihre Fragen über ein Mikrophon formulieren sollten. Unseren Schülern gebührt ein großes Lob, hatte Herr Briegel bei der Vielzahl von Wortmeldungen doch nur in zwei Fällen Probleme, Formulierungen nachzuvollziehen. Besonders muss auch hervorgehoben werden, dass umgekehrt offensichtlich auch die Schüler keine Schwierigkeiten hatten, den Ausführungen unseres Gastes zu folgen.

Eine Reihe interessanter Aspekte rund um das Thema Fußball waren zu erfahren. Thematische Schwerpunkte waren die Spielstärke der türkischen Liga im internationalen Vergleich und die Perspektiven der türkischen Nationalmannschaft, besonders im Hinblick auf eine mögliche Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland. Daneben wurde die nun schon länger währende Krise des in der Türkei hoch geschätzten deutschen Fußballs angesprochen. Hier zeigte sich, wie wohlinformiert auch unsere Schülerinnen und Schüler bezüglich des internationalen Fußballgeschehens sind. Man darf nicht vergessen, dass die Türkei ein fußballverrücktes Land ist.

[Hans-Peter Briegel / Helmut Gayer / Axel Roos]

Und H.P. Briegel hat sich durch seine Trainertätigkeit bei zwei türkischen Spitzenclubs, bei Besiktas Istanbul und bei Trabzonspor, in diesem Land einen Namen gemacht.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, zufriedene Gesichter allenthalben.

Der „Walz aus der Pfalz“ – als solche ist Hans Peter Briegel den deutschen Fußballfans im Gedächtnis geblieben - ein herzliches Dankeschön für die offene und informative Art, auf die gestellten Fragen unserer 9.-Klässler einzugehen.

Ein spezieller Dank gebührt dem Co-Trainer Axel Roos, der bei der Vorstellung breit ausführte, welche Möglichkeiten ihm persönlich das erfolgreich bestandene Abitur geboten habe und wie wichtig es in unserer globalen Welt sei, mehrere Sprachen gut zu beherrschen. Herr Roos weiß wahrscheinlich nicht, wie sehr er allen Kolleginnen und Kollegen der deutschen Abteilung aus dem Herzen gesprochen hat.

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass wir noch mehr von solchen authentischen Gesprächssituationen brauchen, in denen unsere Schüler ihre erworbenen Sprachkenntnisse unter realistischen, authentischen Bedingungen zur Anwendung bringen können.

 


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