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2004/2005
TÜBITAK 2005 Ergebnis
| TÜBITAK 2005 Ergebnis |
| Eike Schütze | |
| Mai 2005 | |
Das Team des Istanbul Lisesi hat zum 2. Mal den nationalen TÜBITAK-Wettbewerb in Physik gewonnen!Ein gelungener Beitrag unserer Schule zum Einstein-Jahr 2005 Istanbul/ Ankara 31.05.2005. Diese Nachricht war das Ereignis des Tages am Istanbul Lisesi: Nach 2004 hat zum zweiten Mal ein Team unserer Schule den nationalen TÜBITAKWettbewerb in Physik gewonnen. Die beiden Schüler Bilkan Erkmen und Serdar Karatekin (beide aus dem vorletzten Jahrgang, der 11. Klasse) sowie ihr Lehrer Rüdiger Wisskirchen hatten zwar auf einen guten Platz gehofft. Angesichts der relativ kurzen Vorbereitungszeit und der starken Konkurrenz war dieser 1. Platz jedoch eine große Überraschung. Das Team des Istanbul Lisesi hat diesen 1. Platz mit einer Neukonzeption des unter Fachleuten bekannten Fizeau-Experiments gewonnen. Der Ende des 19. Jahrhunderst verstorbene Physiker hatte untersucht, wie sich die Lichtgeschwindigkeit in schnell fließendem Wasser verändert – und falsch gedeutet. Die beiden Schüler haben nun gemessen, wie die Lichtgeschwindigkeit in einem schnell bewegten Glasblock, einer eigens angefertigten Plexiglasscheibe, verändert wird – und mit der richtigen Theorie von Einstein verglichen. Bilkan und Serdar haben damit den klassischen Versuch in einem wesentlichen Punkt verändert. So wie von ihnen ist er noch nie durchgeführt worden. Theorie und Experiment liegt eine auch jedem Nicht-Physiker bekannte Tatsache zugrunde: Nichts ist schneller als das Licht. Kein Mensch, keine Maschine, keine Information in welcher Form auch immer kann die 300.000 km bis zu unserem Mond in weniger als einer Sekunde zurücklegen - nur das Licht ist gerade schnell genug. Die zugehörige Theorie lieferte Albert Einstein vor genau 100 Jahren. An den Anfang aller seiner Überlegungen setzt er den Gedanken dieses physikalischen Tempolimits. Das Licht bewegt sich immer und überall mit der größten aller Geschwindigkeiten und es gibt keinen Trick das zu ändern. Serdar Karatekin und Bilkan Erkmen haben dieses Tempolimit im Experiment geprüft. Zusammen mit ihrem Lehrer Rüdiger Wisskirchen in vielen hundert Arbeitsstunden ein sehr kompliziertes Präzisionsexperiment zur Laser-Interferenz aufgebaut und ihre Ergebnisse liegen im Rahmen der Theorie. Eine Vorstellung dieser Leistung ist ohne Physik-Kenntnisse schwer zu vermitteln, aber vielleicht beeindruckt eine Zahl: Sie messen mit optischen Methoden Strecken in der Größe von ca. 0,0000001 m. Vergangene Woche haben Bilkan und Serdar ihr Experiment im Keller unserer Schule abgebaut und nach Ankara transportiert, um es dort einem Professoren-Team vorzuführen. Die waren begeistert und haben den beiden heute Vormittag den ersten Preis zuerkannt. Und was, wenn ihre Messungen Einstein widerlegt hätten? Wenn die Relativitätstheorie nicht gelten würde? Die Schiffe im Bosporus vor unserer Haustür könnten nicht mehr wie gewohnt mit Hilfe von Satelliten ihren Weg finden. Die Stromversorgung der meisten Industriestaaten bräche zusammen. Nicht einmal unsere Sonne würde leuchten. Kalt wäre es auf der Erde. Beruhigend also, dass die Messungen unter dem Dach unserer Schule Einstein bestätigen. |







