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Schülerbericht über einen Austausch mit Deutschland im Rahmen des Pädagogischen Austauschdienstes
Kai Unger   
November 2007

 “Das Leben ist lang genug, die ganzen Gelegenheiten einzuschätzen.”

Das war der Satz, dessen Bedeutung ich nach dem Rückkehr aus Deutschland viel besser verstanden habe. Als ich ihn vor 8 Monaten in meinem Aufsatz geschrieben habe, habe ich vermutlich etwas geahnt, was ich erleben würde. Immer wenn ich mich in der Zukunft an das Jahr 2007 erinnern werde, wird mir zuerst der wunderschöne Monat in Deutschland, den ich mit dem PAD verbracht habe, einfallen.

Bevor ich nach Deutschland flog, wusste ich nur, dass ich dort mit Leuten aus vielen anderen Ländern zusammentreffen würde und sämtliche Kosten von der Bundesrepublik gedeckt werden würden. Zuerst wurden uns die Unterlagen von der deutschen Botschaft in Ankara per Post zugeschickt, zusammen mit den ganzen Details des vorbereiteten Programms, das hervorragend zu sein schien. Vor dem Flug lernte ich die anderen Türken, die auch für das Programm ausgewählt waren, kennen. Sie wurden meine sehr lieben Freunde, mit denen ich in Deutschland viele Erinnerungen teile und mit denen ich immer noch in Kontakt stehe. Was doch die deutsche Botschaft alles zu erreichen vermag.

Ich kann sagen, dass der PAD meinen Erwartungen völlig entsprochen hat: In meiner Gruppe gab es 3 Preisträger aus Georgien, 2 aus Spanien, 2 aus Ägypten und 2 aus China. Aber darüber hinaus hat das Programm mir die Gelegenheit geboten, Leute aus 18 verschiedenen Ländern kennen zu lernen (z. B. - auch einen Malaysier – Höchstwahrscheinlich kann ich nie in meinem Leben nach Malaysia fahren), weil wir manchmal auch mit den anderen Gruppen zusammen waren. Egal, woher wir gekommen, wo wir aufgewachsen sind und welche Sprache wir sprechen:  Wir waren da zu einem bestimmten Zweck. Das ganze PAD-Team war vom Empfang am Flughafen bis zum Ende meine Familie und das war der Grund, warum es so schmerzlich war, mich von ihnen zu verabschieden. (Im Flugzeug waren wir alle so traurig, dass die vielen Taschentücher nicht ausreichten.) Nach der Rückkehr habe ich für mich selbst zu Hause ein PAD-Archiv angelegt, das aus Fotos, Liedern, Dokumenten, Souvenirs und vielen anderen Sachen in Bezug aufs Programm besteht.

Außerdem bin ich der Meinung, dass das Programm uns Deutschland auch sehr gut vorgestellt hat, denn es ging zum Beispiel in eine bemerkenswerte Vielfalt von Museen und Plätzen, die wir besichtigt haben. Ich habe nur in Deutschland so viele verschiedene Gerichten geschmeckt; wir haben nämlich an einem Tag in einem griechischen und an einem anderen Tag in einem indischen Restaurant gegessen. Ich bin zum zweiten Mal in meinem Leben eisgelaufen und zwar im Olympiastadion in München, das heute sehr große internationale Veranstaltungen ausrichtet. Was mir aber völlig neu war und was ich wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben erleben werde, war, dass ich beim Abschlussfest auf der Tanzfläche mit den Menschen Macarena getanzt habe.

Das Programm hat auch dazu gedient, dass Vorurteile über andere abgebaut wurden. Wir als Türken haben z. B. an einem internationalen Abend, der auch ein Teil des Programms war, versucht, unser Land gut zu repräsentieren. Wir haben an diesem Abend auch erfahren, wie die Dinge in den anderen Ländern funktionieren. Zwei türkische Freunde von mir haben zum Beispiel am zweiten internationalen Abend mit den Griechinnen in ihrer Gruppe ein Lied auf Türkisch und Griechisch zusammen gesungen und das ist ein sehr gutes Zeichen unserer Freundschaft. An einem anderen Gruppenabend haben meine türkische Freundin und ich uns im Haus der Gastfamilie eines Preisträgers getroffen und wir haben alle türkisches und chinesisches Essen zubereitet.

Das ist natürlich nur ein Teil der zahllosen Erinnerungen. Ich werde dem PAD und der Bundesrepublik Deutschland, die dieses Erlebnis ermöglicht haben, immer dankbar sein. Dank Ihnen werde ich von einem seltsamen, aber schönen Gefühl berührt, wenn ich mir die Fotos ansehe oder die Lieder anhöre, die das PAD-Erlebnis 2007 charakterisieren.

 

Altan Kavuncuoglu

 

 


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