Schülerbeiträge
Mein Bericht über einen Schüleraustausch am Istanbul Lisesi
| Mein Bericht über einen Schüleraustausch am Istanbul Lisesi |
| Kai Unger | |
| August 2007 | |
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Mein Name ist Jasmin Obermann. Ich bin eine Schülerin aus Deutschland und wohne in einem kleinen Ort namens Spenge. Ich besuche die 11. Klasse des Widukind Gymnasiums in Enger. Die nächst größere Stadt hier in der Nähe ist Bielefeld (ca. 13 km entfernt). Im Sommer 2009 werde ich mein sprachlich- orientiertes Abitur absolvieren.
Aufgrund dessen, dass ich den Sommerferien den Urlaub mit meiner Familie meistens in der Türkei verbracht habe, kam mir die Idee zu einem Schüleraustausch wie ihn bisher noch kein/e Schüler/in meiner Schule zuvor gemacht hat – mit dem Istanbul Lisesi. Ich habe einige Orte im Süden der Türkei rund um Antalya kennen gelernt .und dabei die Türkei von einer wunderschönen Seite kennen- und lieben gelernt. Die freundlichen Menschen und vor allem die fremde Kultur faszinieren mich. Ich habe festgestellt, dass man einfach immer herzlich aufgenommen wird, obwohl dies nicht selbstverständlich ist. So kenne ich nun bisher nur die Urlaubsorte und eine kleinen Teil des Südens der Türkei.
Dieser herzliche Empfang, war schon typisch für ihre Mentalität. Vergleicht man es mit der deutschen Mentalität, so würde man feststellen, dass viele der Deutschen etwas zurückhaltender und vorsichtiger sind. Ich fühlte mich also auf Anhieb sehr wohl bei der Familie. An meinem ersten Schultag, war ich sehr beeindruckt von dem Schulgebäude und den Schülern, die sich in Schulkleidung gleichmäßig vor dem Schuleingang versammeln mussten, um gemeinsam die türkische Nationalhymne zu singen. Es herrscht mehr Disziplin, Ehrgeiz und ich denke auch ein angemesseneres Verhalten gegenüber den Lehrern. Man tritt ihnen mit mehr Respekt gegenüber. Des Weiteren war ich sehr gespannt auf meine Klasse, die 11c, der ich zu geteilt wurde. Anfangs war ich ein bisschen aufgeregt, da ich in eine völlig fremde Klasse ging und niemanden kannte. Diese Angst legte sich jedoch sehr schnell, denn auch hier wurde ich so herzlich empfangen und aufgenommen. Ich habe die Schüler in meinem 4- wöchigen Aufenthalt sehr gut kennen gelernt und viele Freundschaften geschlossen, worüber ich sehr dankbar bin. Ich erzählte ihnen von den Vorurteilen meiner Mitschüler in Deutschland und sie konnten es kaum glauben, was die Menschen in Deutschland über die Türkei denken. Sie [die Mitschüler in Deutschland] haben bestimmte Bilder/Vorurteile im Kopf, zum Beispiel: alle Mädchen und Frauen tragen Kopftücher, jeder geht regelmäßig in die Moschee, Frauen dürfen nicht arbeiten, die Männer haben viele Frauen oder Frauen werden zwangsverheiratet, Istanbul sei nicht modern etc. Es ist erschreckend und traurig, wie man so denken kann, ohne ein einziges Mal die Türkei besucht zu haben. Gerade auffällig war für mich, dass in jedem Klassenzimmer ein Bild von Atatürk hängt, der ja nun die Türkei „modernisiert“ hat. Viele Schüler in Deutschland kennen ihn nicht einmal. An meinem dritten Schultag schrieb ich eine Deutscharbeit in der 11 c mit. Diese Deutscharbeit war wirklich sehr anspruchsvoll. Die Schüler mussten ein alt-deutsches Gedicht aus der Barock Zeit analysieren. Ich finde es sehr bewundernswert, dass die Schüler solche Arbeiten in Deutsch schreiben. Viele deutsche Schüler hätten da so ihre Probleme mit. Auch die Bewertung der Arbeit war sehr streng. Die Qualität der geschriebenen Arbeiten zeigte sich u.a. in dem Wortschatz der Schüler. Sie sprechen sehr gut und fast fehlerfrei deutsch. Ich habe in diesen 4 Wochen nur positive Eindrücke gesammelt und finde, dass das Istanbul Lisesi eine tolle Auslandsschule ist, an der viele begabte und talentierte Schüler lernen, eigenständig organisieren und somit bestens auf ihre weitere Zukunft vorbereitet werden. Hiermit möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei Herrn Schopp für seine Bemühungen bedanken und bei Herrn Müller und seiner 11c, die sich so toll in den 4 Wochen um mich gekümmert haben und mir so herzlich und aufgeschlossen begegnet sind. Natürlich möchte ich mich auch bei den anderen Lehrern bedanken, an deren Unterricht ich teilnehmen durfte und bei Ebru, die stets in offenes Ohr für mich hatte. So herzlich und überaus freundlich wird man wirklich nur in der Türkei aufgenommen.
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