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2. Weltkongress der deutschen Schulen im Ausland
Georg Michael Schopp   
November 2006

2. Weltkongress der deutschen Auslandsschule in Kapstadt (8. - 11. September 2006)

Nach der Gründung des Weltverbands der deutschen Auslandsschulen 2002 in Mexiko kamen im September 2006 die Vertreter der 117 Auslandsschulen, zahlreiche Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft Deutschlands und weitere Vertreter einer interessierten Öffentlichkeit in Kapstadt zusammen.

Nach der Eröffnung des Kongresses durch die südafrikanische Erziehungsministerium Frau Pandori und den Staatssekretär im Auswärtigen Amt Herr Boomgarden diskutierte der Kongress in zahlreichen Foren wie im Plenum alle die Zukunft des Auslandsschulwesens betreffenden Fragen. Die wesentlichen Botschaften der Tagung kann man so zusammenfassen:

  1. Das Auslandsschulwesen genießt bei den entscheidenden Gremien und Personen in Politik und Gesellschaft wieder hohes Ansehen. Die Zeit der Einsparungen bzw. drastischen Mittelkürzungen scheint vorbei zu sein. Niemand betrachtet mehr die Auslandsschulden als „Subventionsfall“ (wie vor einigen Jahren in den sog. Koch/ Steinbrück - Vorschlägen). Auch unsere besondere Auslandsschule in Trägerschaft der türkischen Republik kann unter diesem Aspekt damit mittelfristig gesichert weiterarbeiten.
  2. Die Sorge um die weltweite Konkurrenzfähigkeit der deutschen Schulen, d.h. ihre Qualitätssicherung bzw. -steigerung geht weiter. Weltweit finden Folgeseminare für Leitung, Schulentwicklungsgruppen und Vorstände der Schulen statt, um die eingeleiteten Schulentwicklungsprozesse zu begleiten und zu optimieren. (Das nächste Seminar unserer Region findet im Oktober in Athen statt). Ziel ist es, in absehbarer Zukunft eine Schulinspektion zu installieren („Bund-Länder Inspektion“), die dann nach entsprechenden Standards und Kriterien das Gütesiegel einer anerkannten und qualifizierten deutschen Auslandsschule verleihen darf und soll.
  3. Auch die Prüfungen betreffend geht die Zentralisierung weiter: Noch 2006/2007 werden für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, die drei Naturwissenschaften und Geschichte – bis auf das letztgenannte Fach betrifft das unsere Arbeit in besonderem Maße! – neue, allgemeinverbindliche Kerncurricula vorgelegt. Damit soll überall die Umsetzung der „Einheitlichen Prüfungsanforderungen“ gewährleistet werden. Diese neuen Kerncurricula sollen daneben genügend Raum und Zeit (ca. ein Drittel des Unterrichts) lassen, damit die einzelne Schule entsprechende Akzente setzen kann, bzw. – soweit notwendig – besondere Anforderungen der Gastländer, das gilt z.B. auch für uns, erfüllt werden können. Ab 2010/2011 soll es im deutschen Auslandsschulwesen auch ein Zentralabitur geben.
Weltkongress der dt Auslandsschulen 06

Insbesondere zu diesem letzten Thema ist gewiss noch nicht alles geklärt und entschieden. Insgesamt wird man aber mit Sicherheit sagen dürfen, dass der Weltkongress sehr optimistisch und zukunftsorientiert die zahlreichen Probleme und Fragen des Auslandsschulwesens diskutiert und angepackt hat. Es besteht auch für uns kein Anlass, lediglich zu warten und zu zuschauen. Wir sind Teil des Auslandsschulwesen und der dort angestoßenen Entwicklungen. Auch wenn wir, da in staatlicher Trägerschaft, über zahlreiche Besonderheiten verfügen. Dazu gehört z.B. dass wir ab 2006 Mitglied des Weltverbands der Deutschen Auslandsschulen (WDA) sind. Natürlich kein Vollmitglied sondern ein assoziiertes Mitglied (ohne Stimmrecht), da bei uns natürlich niemand die hohen Beiträge aufbringen könnte. Dennoch zeigen wir so, dass wir dazu gehören.

Und wir gehören mit vollem Recht zu diesem großen Netzwerk des Auslandsschulwesens: Wir sind eine sehr erfolgreiche Schule (Abitur und Sprachdiplom!) und unsere Erfahrungen (z.B. mit dem sehr späten Beginn des Deutschunterrichts) werden vermehrt nachgefragt. Wir profitieren also nicht nur von diesem internationalen Netzwerk. Wir tragen ebenso zu seiner Reputation, zu seinen Erfolgen bei.

 


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