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Istanbul Lisesi Alman Bölümü
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Besuch des Botschafters
Georg Michael Schopp   
Mai 2006

Der deutsche Botschafter Dr. Eckart Cuntz besucht das Istanbul Lisesi

Keinen Monat nach seinem Amtsantritt auf dem neuen Posten in Ankara folgte der Botschafter Dr. Eckart Cuntz einer Einladung ans Istanbul Lisesi. Außergewöhnlich (und unerwartet) viel Zeit nahm er sich für Gespräche und Kennenlernen der türkischen und der deutschen Leitung, der Vertreter der Schülerschaft und der Führung der Erziehungsstiftung IELEV.

IL Cuntz Mete

In der Diskussion mit dem Schülerinnen und Schülern stand im Vordergrund die komplette Nichtanerkennung des Abiturs für den Hochschulzugang in der Heimat unserer Schüler. Der Botschafter nahm den dringlichen Wunsch der Jungen und Mädchen mit, dass ein so schwieriges Examen wie die Abiturprüfung wenigstens in Form von Zusatzpunkten u.ä. Berücksichtigung bei der ÖSS finden sollte. Außerdem berichteten die jungen Leute von ihrer jeweiligen Motivation, ausgerechnet das Istanbul Lisesi besuchen zu wollen. Die allermeisten haben ja wie bekannt die Chance unter den angesehensten Schulen des Landes wählen zu können. Eine starke Motivation ist neben der hohen Reputation der Schule im allgemeinen, die Möglichkeit bei uns in der Fremdsprache Deutsch lernen und studieren zu können (und zu müssen). Fremdsprachenlernen wird als Voraussetzung für späteren beruflichen Erfolg begriffen.

IL Cuntz

Im Gespräch mit den Ehemaligen der IELEV stand das Projekt einer neu zu gründenden deutschsprachigen Universität im Vordergrund. Nicht nur in der IELEV, auch in der türkischen Regierung und von verschiedenen deutschen Politikern wird das Projekt seit kurzem wieder intensiv diskutiert. Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass man nicht einfach das 1997 gescheiterte Projekt wieder aufgreifen könne. In jeder Hinsicht – wissenschaftlich, politisch, wirtschaftlich – müsse man neu konzeptionell denken; vor allem brauche man ökonomisch starke Verbündete in der Türkei. Inhaltlich müsse eine solche Universität, wenn sie denn erfolgreich sein und für unsere Schülerinnen und Schüler von Interesse sein solle, vom Stand weg unter den besten des Landes sein. Eine deutschsprachige Ausbildung allein – wie z.B. die deutsche Abteilung an der Wirtschaftsfakultät der Marmara Universität zeige – sei dafür kein Garant. Das Ziel könne nur mit sehr guter personeller Besetzung und entsprechender Ausstattung angestrebt werden.

Bestimmte strukturelle Probleme und Defizite des Modells Istanbul Lisesi konnten naturgemäß in dieser Runde nicht angesprochen werden; z.B. auch deswegen weil Gesprächspartner (mit Entscheidungsbefugnis) aus der Erziehungsbehörde MEB oder aus dem türkischen Außenministerium nicht mit am Tisch saßen. Immerhin konnte berichtet werden, dass nach einigen Auseinandersetzungen das Istanbul Lisesi wieder seine eigenen, besonderen Stundentafeln hat, die auch weiterhin eine Vorbereitung und Durchführung der Abiturexamina ermöglichen. Die deutsche Leitung betonte die Dringlichkeit einer Neufassung des Personalstatuts von 1986. Am Besten wäre es natürlich, wenn mit den Kulturkonsultationen im Herbst gleich ein Schulabkommen mit der Türkischen Republik auf den Weg gebraucht werden könnte. Womöglich kommt uns allen dabei zustatten, dass Botschafter Dr. Cuntz als Leiter der Europaabteilung im Auswärtigen Amt vor kurzem noch mit der Ausarbeitung und Verabschiedung eines solchen Abkommens mit Portugal beteiligt war.

IL Cuntz Dach

Den Gesprächen schloss sich eine kleine Besichtigungstour in der Schule und auf ihrem Dach an. Die beeindruckende Aussicht auf Istanbul und die Geschichte des Gebäudes (früher einmal Sitz der internationalen Schuldenverwaltung des Osmanischen Reiches) beeindruckten den Botschafter. Bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Lehrerkantine klang der Besuch aus.

Die Schule darf stolz zur Kenntnis nehmen, dass sie Ziel eines Besuches noch vor dem Gouverneur der Provinz Istanbul war. Die Bedeutung, die Deutschland diesem Projekt der deutsch-türkischen Kooperation zumisst, wurde durch diese Visite eindrucksvoll unterstrichen. Insofern hoffen wir auf weitere Fortschritte bei den anstehenden Verhandlungen, um diese Schule endlich gemeinsam und zukunftsorientiert weiterentwickeln zu können.

 


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