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Schüleraustausch Ewpatoria
Georg Michael Schopp   
November 2005

Gäste aus Ewpatoria/Ukraine in Istanbul an unserer Schule

Zum ersten Mal besucht eine Schülergruppe des Selwinski-Gymnasiums in Ewpatoria das Istanbul Lisesi und die Türkei. Beide Schulen haben damit Neuland betreten, einen solchen Austausch hatte es bislang noch nicht gegeben. 15 Jungen und Mädchen verbringen 10 Tage in türkischen Familien, begleiten ihre Gast-Geschwister auf dem täglichen Weg zur Schule, gestalten mit ihren Gast-Familien ein gemeinsames Wochenende und nehmen mit ihren türkischen Partnern an einem außerschulischen Programm zu einigen der großen Touristenattraktionen in unserer Stadt teil.

Ewpatoria Austausch Begrüßung

Schon beim herzlichen Willkommen in der Schule zeigte sich, dass alle sehr zufrieden waren, und natürlich von der gewaltigen Stadt, dem Schulhaus, der großen Geschichte etc. tief beeindruckt. Dass eine ganze Reihe unserer Schüler bis zu 1 ½ Stunden brauchen, um überhaupt zur Schule zu gelangen, hatten die ukrainischen Mädchen und Jungen nicht gedacht. – Erste Unsicherheiten mit der Verständigung in den Familien legten sich schnell; die türkischen und ukrainischen Jugendlichen merkten bald, dass sie genügend Deutsch gelernt hatten, um sich problemlos über den Alltag aber auch sonstige Themen, die junge Leute interessieren, unterhalten zu können.

Ewpatoria Austausch Schülergruppe

Aus Sicht beider Schulen ist das tatsächlich ein besonderer Erfolg: Die deutsche Sprache dient der Verständigung zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Nationen. Deutsch ist nicht nur die Sprache der Naturwissenschaften an unserer Schule, die Sprache zahlloser Klassenarbeiten - Deutsch ermöglicht hier echte Begegnung und Austausch. Wir sind daher Herrn Andreas Schaller und seiner Kollegien Swetlana Galanzhyna besonders dankbar, dass sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg gemacht haben, ein kleines, ein individuelles Stückchen Europäische Union neu zu begründen. Schließlich trafen sie in ihrer Heimat dabei nicht nur auf Unterstützung in ihrer Schule sondern ebenso auf behördliches Misstrauen, auch Unverständnis.

Ewpatoria Austausch Abschluss

Das liegt nun alles hinter uns. Bleibt nur zu hoffen, dass mit dem Gegenbesuch auf der Krim im Sommer alles klappt, dass Hacer Kizilkaya und Mehmet Kücükköy (Herzlichen Dank an die Kollegen!!) mit unseren Schülerinnen und Schüler wohlbehalten in Ewpatoria ankommen mögen. Schließlich sind ja die Türkei und die Ukraine quasi Nachbarn, nur durch das Schwarze Meer getrennt. Und natürlich gibt es auch Verbindungen in die - nicht gerade gemeinsame – Geschichte: Der lange währende Antagonismus zwischen dem Osmanischen Reich und dem russischen Zarenreich einerseits und die Bestrebungen der Osmanen, ukrainische Unabhängigkeitsbewegungen nach Möglichkeiten aktiv zu unterstützen andererseits. Ein langer Weg also noch bis in eine gemeinsame Zukunft im „Haus Europa“.

Wir hoffen, dass die Menschen die diesen Prozess mitgestalten können und werden, durch die Arbeit unserer Schulen unterstützt werden. Schülerauschtausch ist in diesem Falle besonders exemplarisch, was er immer schon war: Erziehungsarbeit für die Zukunft, Menschen-Bildung. 

 


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