| Abitur 2005 - Rede des dt. Leiters |
| Georg Michael Schopp | |
| Mai 2005 | |
Liebe Abiturienten, liebe neue Absolventen unserer Schule!Sehr geehrter Herr Generalkonsul Möckelmann, liebe Frau Möckelmann! Liebe Ehemalige und Freunde unserer Schule! Verehrte stolze Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen! Traditionell findet die Verleihung der Abiturzeugnisse des Alman Lisesi und des Istanbul Lisesi hier im deutschen Konsulat statt. Dafür auch in diesem Jahr herzlichen Dank an unseren Generalkonsul und seine Frau. - Für die meisten von euch liebe Schüler, verehrte Eltern, ist jetzt der größte Stress vorbei: Die ÖSS war vor zwei Tagen! Nichts kann mehr geändert werden. Alle warten auf die Erfolgslisten. Alle hoffen, möglichst weit oben gelandet zu sein. Und wir hoffen mit euch. Dabei wisst ihr alle, dass euch das Abiturzeugnis, das ihr heute erhalten werdet, dabei etwas mehr innere Unabhängigkeit geschenkt hat. Fast überall auf der Welt hat dieses Examen einen sehr guten Ruf, hohe Anerkennung, ebnet den Weg in die Universitäten. In der Türkei, eurer Heimat, wollen wir das in den nächsten Jahren ebenfalls erreichen. Dass ihr für gute Leistungen und die doppelte Anstrengung wenigstens Zusatzpunkte (wie z.B. für TÜBITAK-Erfolge) erhaltet. Dazu benötigen wir freilich IHRE/ EURE Unterstützung – so wie sie uns z.B. von der IELEV schon zugesagt worden ist. Abitur und ÖSS verlangen von euch ziemlich Unterschiedliches. Einmal zählt ausschließlich die punktgenaue Antwort: 180 Fragen in 180 Minuten. Da bleibt keine Zeit zum Nachdenken oder Nachrechnen. Beim Abitur wir der Nachweis verlangt, der begründete Weg zum Ergebnis: 4 Arbeiten an 4 Tagen in insgesamt 16 Stunden plus 2 mündliche Prüfungen. Gegensätzlicher könnten die Anforderungen nicht sein. Aber wer das geschafft hat, hat den meisten Absolventen in allen Ländern etwas voraus: Ihr könnt blitzschnell Antworten mit einer guten Begründung liefern. Eure Mitschüler, die jetzt an der Bosporus Universität oder an anderen großen Universitäten studieren, berichten immer wieder darüber. Möglich ist dieser große Erfolg nur, weil zu uns nur die besten Schülerinnen und Schüler der Türkei kommen dürfen. Und weil wir deswegen eine der besten Schulen der Türkei sind und eine der besten deutschen Auslandsschulen. Darauf dürft ihr, darauf dürfen wir alle stolz sein. Allerdings: wer nur stolz bleibt und dabei die weitere Entwicklung einer modernen Schule vergisst, darf sich nicht wundern, wenn er eines Tages nur noch in der 2. Liga spielt. Eine moderne, globale Welt braucht eine moderne Türkei. Eine moderne Türkei braucht eine moderne zweisprachige Schule mit internationaler Orientierung. Schließlich: Unsere beiden Länder, Deutschland und die Türkei, brauchen Menschen, die sich ohne Übersetzer verständigen können. Die Träger der deutsch-türkischen Freundschaft für die Zukunft. All das solltet ihr nicht vergessen – Warum? Nehmt als Beispiel unsere Absolventen des Jahres 1965 (damals noch ohne Abitur), die wir auch eingeladen haben. Sie pflegen die deutsche Sprache, die sie damals gelernt haben. Sie pflegen geschäftliche und private Kontakte nach Deutschland. Sie arbeiten für die deutsch-türkische Freundschaft – trotz aller tagespolitischen Diskussionen. Sie denken an ihre alte Schule – mit dem Kopf, mit ihrem Geldbeutel. Vor allem aber mit ihrem Herzen! Darum möchte ich euch auch als deutscher Direktor herzlich bitten: Bleibt uns in euren Gedanken und mit eurem Herzen treu all die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Auf eurem hoffentlich sehr erfolgreichen Weg ins Leben, in Studium und Beruf. Das wünschen euch eure Eltern, das wünschen euch die Ehemaligen, das wünschen euch alle Lehrer. Das wünschen wir alle euch persönlich und unseren beiden Ländern! |






